Unsystematisches Interview:
Der Interviewer wirkt unvorbereitet. Er stellt spontane Fragen, und erzählt viel. Manchmal entstehen in diesem Interview recht unangenehme Schweigepausen. Diese Form des Interviews finden Sie oft bei kleineren Betrieben, die selten einstellen und in denen der Chef oder der Abteilungsleiter persönlich die Gespräche abnehmen.
Teilsystematisches Interview:
Der Interviewer weiß, welche Fragen er in dem Gespräch auf jeden Fall klären will. Diese Fragen sind vorbereitet und werden spontan in das unstrukturierte Gespräch eingebaut.
Systematisches Interview:
Alle Fragen und deren Reihenfolge sind vorbereitet, mitunter vorformuliert. Manche Interviewer benutzen einen ausgearbeiteten Fragebogen ("Interviewleitfaden") In diesen werden auch die Notitzen eingetragen. Die Ergebnisse ermöglichen einen besseren Vergleich und optimale Auswertung.
Multimodales Interview:
Die stellenbezogenen Anforderungsprofile werden im Interviewerleitfaden mit abgefragt, der als roter Faden dem Gesprächsverlauf zugrunde liegt. Der Interviewer geht im Gespräch auf individuelle Besonderheiten ein um diese auszuarbeiten. Häufig werden selbstreflektorische Fragen eingesetzt (wie haben Sie sich dabei gefühlt?), um auch unter die Oberfläche blicken zu können. Diese Interviewtechnik beherrschen Vollprofis.
Stressinterviews:
Ein Streßinterview ist selten über die gesamte Gesprächsdauer stressig. Stellen Sie sich ein Vorstellungsgespräch wie ein Spiel vor. Die eine Seite versucht, die sich positiv darzustellen. Die andere Seite versucht kleine Täuschungsmanöver zu erkennen. HIER dient der unerwartete Augenblick des Stresses. Wenn es gelingt, den Bewerber durch eine unangenehme Frage oder eine gezielte Provokation in eine akute Streßsituation zu bringen, verhindern die einsetzenden physiologischen Vorgänge für mehrere Sekunden, daß der Bewerber klare, überlegte Gedanken fassen kann. Sofort im Anschluß an die ausgelöste Streßsituation wird die Frage gestellt, auf deren wahrheitsgemäße Beantwortung es dem Interviewer eigentlich ankommt und die selber gar keinen Streß auslösen würde. Aber das Gehirn des Bewerbers ist ja noch mit Streßhormonen überflutet. Es wird ihm in den nächsten Sekunden kaum gelingen, sich eine plausible Verschleierung der Wahrheit einfallen zu lassen und diese dann auch noch glaubhaft vorzutragen. Der Interviewer erhält die Wahrheit und hat gewonnen. Oder ?? Gewinnen Sie Zeit: Denken Sie ein paar Sekunden in aller Ruhe nach, bevor Sie langsam und mit Bedacht antworten. Bitten Sie den Gesprächspartner um die Wiederholung seiner letzten Frage (!) oder fassen Sie rückfragend zusammen: "... habe ich Sie richtig verstanden, daß ,...". So kommen Sie aus den gefährlichen Streßsekunden sicher heraus und können überlegt und vielleicht sogar überlegen antworten. Der Streß-Trick verliert so seine Wirkung und der Interviewer wird wahrscheinlich im weiteren Gespräch auf seine nutzlos gewordene Technik verzichten.
Stressinterviews zeugen meist von einer unangenehmen Unternehmenskultur.
Gruppengespräche:
Sie sollen die Einzelgespräche ergänzen und werden vor oder danach geführt.
Die wichtigsten Zielsetzungen von Gruppengesprächen sind:
- Bewerber über das Unternehmen und den Arbeitsplatz zu informieren.
- alle Bewerber gleichzeitig in einer Gruppensituation zu beobachten und besser beurteilen zu können.
- Teamfähigkeit
- Körpersprache
- ob der Bewerber dominiert oder sich unterordnet (für spätere Führungsaufgaben)
- Fachkompetenz
Hier wird der Einklang Ihrer Persönlichkeit hinterfragt. Nonverbale Signale sind hier die Hauptinformationsträger. Überzeugen sollten Sie vor allem die neuen oder kritischen Gesprächspartner-steuern Sie das Gespräch durch Ihre aktive Teilnahme.
Überlegen Sie sich gute Antworten auf mögliche Fragen. Üben Sie diese Antworten - vor allem, wenn Rhetorik und verbale Selbstdarstellung nicht Ihre Stärke sind - durch lautes Sprechen.
Analysieren Sie nach dem Gespräch :
· Was habe ich gut gemacht?
· Was kann ich nächstens besser, d. h. anders machen?
· Welchen Eindruck hatte ich von meinem Gegenüber?